DOK Leipzig: Vom MDR gestiftete Preise gehen an „Father“ und „The Balcony Movie“

Leipzig (ots) –

Im Rahmen des 64. Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm hat der Mitteldeutsche Rundfunk als exklusiver Medienpartner auch in diesem Jahr wieder zwei Preise gestiftet: Die „Goldene Taube“ im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm sowie der MDR-Preis „Bester Osteuropäischer Film“ wurden am 30. Oktober in Leipzig verliehen.

Die vom MDR jährlich seit 2013 gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte „Goldene Taube“ in der Kategorie „Internationaler Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm“ geht in diesem Jahr an „Father“ von Regisseur Wei Deng (China, 2020).

Der Film „Father“ feierte bei DOK Leipzig Europapremiere. In der Jury-Begründung heißt es: „Ehrlich, ergreifend und eindringlich – die Erzählung geht über das für die Augen Sichtbare hinaus. Sie zeigt die Komplexität des Lebens und wird zur reinen Hommage an die Menschlichkeit.“

In seinem Generationenporträt über Vater und Großvater erzählt Wei Deng von Tradition und Veränderung, Gewalt und Entfremdung in der chinesischen Gesellschaft. Blasse Grautöne und schwache Lichtquellen schaffen eine Atmosphäre, die den düsteren Erinnerungen an Hungersnöte, verstorbene Geschwister und die gewaltsam durchgesetzte Ein-Kind-Politik zu entsprechen scheint.

Zum Inhalt:

Zuogui, Großvater des Regisseurs, ist 86 und seit Kindheitstagen blind. Der Beruf des Wahrsagers war für ihn ein Ausweg aus der Armut. Noch immer bitten ihn Menschen um Auskunft, auch sein Sohn Donggu, ein Bauunternehmer. Nah bleibt die Kamera am Großvater, wenn er sich an der Fassade seiner Wohnung entlangtastet. Die Orientierung in der eigenen Umgebung ist schwieriger geworden, seit sein Sohn Donggu das alte Haus abreißen und ein neues errichten ließ. Mit dem modernen China, das für Wirtschaftsboom und Prosperität stehen will, kann Zuogui wenig anfangen. Erst als ein weiteres Bauprojekt seines Sohns zu scheitern droht, vor dem der Wahrsager gewarnt hatte, scheint wieder Zuneigung zwischen beiden möglich.

Traditionell – und das bereits seit 1995 – wurde auch der Gewinner des MDR-Preises „Bester Osteuropäischer Film“ bekannt gegeben. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ging an „The Balcony Movie“ von Regisseur Paweł Łoziński (Polen, 2021), ein Film über den Zauber des Augenblicks und die Kraft des miteinander Sprechens. „The Balcony Movie“ hat einstimmig die Jury begeistert, wie der Jury-Vorsitzender Alexander Naunau, selbst preisgekrönter Dokumentarfilmer mit zwei Oscar-Nominierungen, betonte.

„Ein Film, mit einem sehr einfachen Konzept: Ein Balkon, eine Kamera, ein Mikrophon. Paweł Łoziński fragt, hört zu, schaut nicht weg, bleibt charmant und voller Empathie“, heißt es in der Jury-Begründung. Und weiter: „Mit einer Mischung aus Humor und Tiefgründigkeit macht er ganze Welten auf, die uns begeistern, überraschen, weil wir sie nicht erahnt hätten. Der Film verbindet uns alle, weil wir alle nur Passanten sind. Doch ein kurzes, zufälliges Gespräch kann offenbar die Magie des Gemeinschaftsgefühls erzeugen, den Tag versüßen und sogar das Leben verändern.“

Zum Inhalt:

Die ganze Welt, eingefangen auf einem etwas tristen Gehweg in Warschau. Regisseur Paweł Łoziński stellte sich zwei Jahre lang mit der Kamera auf den Balkon seiner Wohnung und beobachtete von dort oben die Menschen, die unten vorbeigingen. Jene, die er sah und zum Reden brachte, sind jung und alt, Nachbarn oder einfach Passanten. Der Filmemacher spricht sie an, stellt Fragen, hört zu und schafft einen Raum für Gespräche, wie es sie zwischen Unbekannten selten gibt. Der Sinn des Lebens wird hier buchstäblich im Vorbeigehen enträtselt.

MDR als exklusiver Medienpartner

Der MDR hat sich auch in diesem Jahr als exklusiver Medienpartner in hohem Maß bei DOK Leipzig engagiert.

So rief der Mitteldeutsche Rundfunk mit „MDR DOK around the clock“ ein neues, 24-stündiges Programmevent ins Leben, veranstaltete die „ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen“, den ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb sowie ein „Special Screening“ im Leipziger Hauptbahnhof. Hier wurde die MDR-Koproduktion „The Cars We Drove Into Capitalism“ von Boris Missirkov und Georgi Bogdanov gezeigt.

Ein Sonderprogramm mit Dok-Neuproduktionen im MDR-Fernsehen sowie eine umfangreiche Berichterstattung in Fernsehen, Hörfunk und im Netz machten darüber hinaus den Stellenwert des Dokumentarfilms für den MDR deutlich.

Der MDR hat zu seinem Engagement im Rahmen von DOK Leipzig 2021 folgende Presseinformationen veröffentlicht:

30.09.2021

„10. ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb: Die fünf Finalisten stehen fest“

https://ots.de/ahM5ad

07.10.2021

„MDR-Engagement bei DOK Leipzig“

mdr.de/presse/unternehmen/presseinformation_mdr-engagement_bei_dok_leipzig-100.html

22.10.2021

„‚DOK Leipzig Spezial‘, Filmpodcast-Premiere, MDR DOK around the clock: Mit dem MDR nah dran an DOK Leipzig“

mdr.de/presse/unternehmen/presseinformation-mdr-dok-around-the-clock-100.html

27.10.2021

„6. ARD-Programmwerkstatt – Stärkung des Dokumentarischen“

https://ots.de/S3u1y7

27.10.2021

„‚Reporter/Refugee‘ gewinnt 10. ARD-Dokumentarfilm-Wettbewerb“

https://ots.de/kdQPJK

Pressekontakt:
MDR, Presse und Information, Kerstin Gensel-Dittmann, Tel.: (0341) 3 00 6535, E-Mail: [email protected], Twitter: @MDRpresse
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Quelle: ots

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