Erfurt und die Folgen: MDR-Schwerpunkt zum Amoklauf vor 20 Jahren

Leipzig (ots) –

20 Jahre nach dem Amoklauf an einem Erfurter Gymnasium und dem Tod von 17 Menschen erinnert der MDR an diese Tat und arbeitet die traumatischen Folgen auf. Im Mittelpunkt des Schwerpunkts steht die fünfteilige Serie „AMOK – Erfurt und die Folgen“, die der MDR ab 21. April in der Reihe „ARD Crime Time“ exklusiv in der ARD Mediathek zeigt. Darin erzählen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus fünf Perspektiven, wie sie den 26. April 2002 erlebt und für sich selbst verarbeitet haben. In weiteren Formaten, wie der MDR Zeitreise, analysiert u.a. ein Gewaltforscher, warum es immer wieder zu Amok-Ereignissen kommt.

Bis zum Amoklauf an einem Erfurter Gymnasium am 26. April 2002 kannte man in Deutschland solche Gewalttaten an Schulen nur aus den USA. Durch die Tat sind in Erfurt und Umgebung rund 10.000 Menschen traumatisiert worden, viele davon sehr schwer, teilweise mit Suizidgefährdung. In der neuen fünfteiligen Serie „AMOK – Erfurt und die Folgen“ sprechen Beteiligte erstmals vor der Kamera über ihr Schicksal und wie das Ereignis ihre Biografie verändert hat. Die Doku-Serie für „ARD Crime Time“ in der ARD Mediathek fragt u.a.: Wurde seit den damaligen Ereignissen genug getan, damit sich Amokläufe an Schulen nicht wiederholen? Wo wurden Fehler gemacht, wo gab es Gesetzeslücken? Was hat sich seitdem verändert an den Schulen, im sozialen Umgang und im täglichen Miteinander? Wird genug investiert in Gewaltprävention? Was hat sich getan im Waffenrecht, in der Traumatherapie oder in der Krisenintervention?

Das MDR-Fernsehen zeigt die komplette Serie zudem in einem Stück am 24. April, um 22.50 Uhr. Die Hintergründe der Doku-Serie zum Amoklauf von Erfurt begleitet der Podcast „Die Spur der Täter“. Darin sprechen die Autorinnen und Autoren über die Recherchen und die Dreharbeiten. Im Podcast geht es insbesondere um den Polizeieinsatz und welche Konsequenzen aus den Ereignissen für die Polizei gezogen wurden – zu hören ab 21. April auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie in der ARD Audiothek. Komplettiert wird das Thema von einem ausführlichen MDR KULTUR-Feature, welches es ab 20. April in der ARD Audiothek und im Radio (20. April, ab 22.00 Uhr) zu hören gibt.

Renommierter Gewaltforscher in der MDR Zeitreise

Auch das Geschichtsmagazin „MDR Zeitreise“ mit Janett Eger nimmt am 24. April, ab 22.20 Uhr im MDR-Fernsehen den 20. Jahrestag des Amoklaufs zum Anlass, um die lange Geschichte von Waffen und Gewalt in Deutschland zu thematisieren. So war es beispielsweise bis 1976 legal möglich Waffen per Versandhaus-Katalog zu bestellen. Historikerin Dagmar Ellerbrock, Expertin für Waffengeschichte an der TU Dresden, erklärt, warum in deutschen Haushalten Waffenbesitz über mehr als 150 Jahre nahezu selbstverständlich war und wie es heute ist. Der Gewaltforscher Andreas Zick von der Universität Bielefeld analysiert zudem Amokläufe und Gewalttaten in der neuesten Geschichte und beantwortet die Frage, ob wir lernen müssen, mit solcher Gewalt zu leben.

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Quelle: ots

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