Helmut Schmidt Journalistenpreis 2022 / Ausgezeichnet wurden Sophia Bogner und Paul Hertzberg (brand eins), Maria-Theres Schuler (daslamm.ch) sowie Maria Christoph und Nora Voit (Die Zeit)

Frankfurt am Main (ots) –

Die Jury des Helmut Schmidt Journalistenpreises hat aus 242 Einreichungen die Preisträgerinnen und Preisträger 2022 ermittelt. Der Preis für herausragende publizistische Leistungen im Wirtschafts- und Finanzjournalismus wird seit 1996 von der ING Deutschland gestiftet und ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung zum 27. Helmut Schmidt Journalistenpreis fand am 8. November 2022 im Literaturhaus in Frankfurt am Main statt. Ausgezeichnet wurden vier freie Journalistinnen und ein freier Journalist:

1. Preis: brand eins-Serie „Unternehmertum in Afrika“

In ihrer sechsteiligen Reportage-Serie über Unternehmertum in Afrika vermitteln Sophia Bogner und Paul Hertzberg die Aufbruchstimmung vieler Gründerinnen und Gründer, die zukunftsweisend sein kann – für den Kontinent selbst und darüber hinaus. Sie spüren den unternehmerischen Initiativen und Innovatoren nach und gewähren Einblicke, die nicht den Klischees entsprechen, benennen dabei aber auch Defizite, die Potenzial bedeuten können. Die sechsmonatige Recherche-Reise durch zwölf afrikanische Länder wurde durch die Konrad-Adenauer-Stiftung und der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. „Eine beeindruckende Arbeit, stilistisch hochwertig, inhaltlich konstruktiv und aufgeschlossen“ urteilt die Jury.

2. Preis: daslamm.ch Artikel-Serie „Fairphone und die Rohstoffwelt – Was hinter der Erfolgsstory steckt“

Maria-Theres Schuler stellt in ihrer vierteiligen Serie die Hersteller des angeblich nachhaltig produzierten „Fairphones“ mit ihren werblichen Versprechen auf die Probe. Dabei wird sehr detailliert in die Rohstoffwelt eingetaucht und am Beispiel Zinnherkunft belegt, dass die Herkunft aus „konfliktfreien“ Minen nicht einwandfrei garantiert werden kann. Schwerer wiegen noch Vorwürfe, dass aus Kostengründen Montagepartner mit schlechten Arbeitsbedingungen vorgezogen wurden. Für die Jury „sehr guter, unabhängiger Verbraucherjournalismus aus der Schweiz mit tiefgründiger Recherche und sauberer Konfrontation zu den aufgedeckten Missständen“.Die Reportage-Serie wurde in Zusammenarbeit mit dem kongolesischen Geologen Lucien Kamala realisiert und von der Journalistin Sylke Gruhnwald begleitet. Die Recherche wurde gefördert und unterstützt von Netzwerk Recherche und der Olin gGmbH.

3. Preis: ZEIT-Bericht „Gruß aus der Küche“

Basierend auf ihrer investigativen Recherche berichten Maria Christoph und Nora Voit für die ZEIT über die Arbeitsbedingungen in den Küchen von Sternerestaurants. Berichte über cholerische Chefs, menschenunwürdige Strafaktionen, massenweise unbezahlte Überstunden und immensen Arbeitsdruck bis hin zum „Fitspritzen“ erkrankter Mitarbeiter werden durch Augenzeugen glaubhaft belegt. Die Autorinnen gewähren so tiefe Einblicke in die menschlichen Abgründe von Gourmetküchen. Offenbar handelt es sich bei den Zuständen um ein systematisches Problem in der streng hierarchischen Branche. Die Küchenchefs werden mit den Vorwürfen konfrontiert – die meisten streiten sie ab, doch einer bekennt sich zu seinem Fehlverhalten und gibt sich geläutert. (Mitarbeit: Dominik Wolf)

Die Gewinnerbeiträge und die Preisträgerinnen und Preisträger werden mit Filmbeiträgen unter www.helmutschmidtjournalistenpreis.de vorgestellt.

HSJP Fellowship

Erstmals wurde ein mit 15.000 Euro dotiertes Fellowship zum Helmut Schmidt Journalistenpreis ausgeschrieben. Es verbindet ein Stipendium der ING Deutschland mit einem Mentoring-Programm durch das Medien-Startup Flip. Es richtet sich an junge Journalistinnen und Journalisten, die eine kritisch-konstruktive Recherche crossmedial umsetzen möchten. Die Jury des Helmut Schmidt Journalistenpreises vergibt das erste HSJP Fellowship an die freie Journalistin Cristina Helberg. Sie wird sich im kommenden Jahr in einer dreimonatigen Recherche kritisch-konstruktiv dem Thema Inklusion widmen und der Frage nachgehen, was sich wirtschaftspolitisch und gesellschaftlich ändern müsste, damit Menschen mit und ohne Behinderung öfter erfolgreich zusammenarbeiten können.

Pressekontakt:
ING Deutschland
Patrick Herwarth von Bittenfeld
Tel.: 069 / 27 222 66886
E-Mail: [email protected]
Original-Content von: ING Deutschland, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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