Johannes Oerding: „Musik kann man nicht zu 50 Prozent machen, Vater sein auch nicht“ / Der Musiker über Freiheit, Hingabe an die Musik und warum er sich allein nur zwei Tage aushält

Hamburg (ots) –

Johannes Oerding versteht sich als einer, der verlässlich liefert. Im Sommer hat der Musiker 44 Konzerte gegeben und daneben sein siebtes Studioalbum produziert: „Plan A“ – den Release feiert er am 4. November. Jetzt hat er über den Preis des Künstlerlebens gesprochen. „Wir sind Getriebene, mit einem starken Drive nach vorne“, sagt er über sich und seine Branchenkolleg*innen im Interview mit EMOTION (Ausgabe 12/2022 ab morgen im Handel, emotion.de). „Die Sorge, in Vergessenheit zu geraten, keinen Applaus mehr zu bekommen, teilen viele. Wer die Angst des Relevanzverlustes nicht kennt, kann auch gleich mit der Band im Probenraum bleiben. Alle wollen gehört werden.“ Etwas, was den Grimme-Preisträger und „The Voice“-Coach zum Glück mehr antreibt als stresst: „Ich liebe den Druck, die Vorfreude auf meine vielen Projekte“, sagt er. Was auch daran liegen könnte, dass er ständig Impulse braucht: „Ich halte mich allein nur zwei Tage aus. Ich reiche mir dann, brauche einen neuen Reiz, erschöpfe mich an mir selbst.“

Körperliche Erschöpfung könne er gut ausblenden, die Freude an der Musik stehe immer im Vordergrund. „Mein Vater hat mal gesagt: ‚Junge, finde etwas, woran du von morgens bis abends Spaß hast.‘ Das habe ich lange als Floskel abgetan. Aber heute steht mittlerweile für mich der Spaß über allem. Und wenn kein Spaß für mich rausspringt, gönne ich mir den Luxus, Dinge abzusagen.“

Denn egal um welches musikalische Projekt es sich in seinem Leben gerade dreht – er will immer 100 Prozent geben. Um sich voll und ganz dem Künstlerdasein widmen zu können, hat sich Johannes Oerding, der mit vier Geschwistern aufgewachsen ist, sogar entschieden, selbst nicht Vater zu werden. „Ich habe bewusst keine Kinder, weil ich dann meinen gesamten Fokus auf den Nachwuchs legen würde. Im Moment liebe ich meinen Beruf und meine Musik so sehr, dass ich nicht abwägen möchte zwischen meinem Musikerleben und einer Vaterrolle. Musik kann man nicht zu 50 Prozent machen, Vater sein auch nicht. Und ich würde niemand Fremdes zu Hause haben wollen, der sich um meine Kids kümmert. (…) Ich will zu 100 Prozent ein Album schreiben, auf der Bühne stehen oder eben zu 100 Prozent Kinder erziehen.“

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Quelle: ots

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