Kunstmuseum Liechtenstein und Hilti Art Foundation: Candida Höfer. Liechtenstein

Liechtenstein (ots) –

Die neue Werkserie von Candida Höfer im Dialog mit ausgewählten Arbeiten aus beiden Sammlungen – Eröffnung am Donnerstag, 29. September, 18 Uhr

Candida Höfer hat eine neue Werkserie in Liechtenstein geschaffen. Sie ist Ausgangs- und Mittelpunkt der ersten gemeinsam konzipierten Ausstellung des Kunstmuseum Liechtenstein und der Hilti Art Foundation. Die 20 Fotografien umfassende Motivgruppe hat Höfer im Herbst/Winter 2021 eigens für die Schau aufgenommen. Sie spiegelt die anhaltende Auseinandersetzung der Künstlerin mit Schauplätzen des kulturellen Lebens und der Architektur wider. Im Zusammenspiel mit ausgewählten Werken von der klassischen Moderne bis zur Gegenwart entspinnt sich ein wechselseitig bereichernder Dialog zwischen Candida Höfer und den Sammlungen beider Institutionen.

Die renommierte, der Düsseldorfer Becher-Schule angehörende Künstlerin Candida Höfer (*1944 in Eberswalde, lebt in Köln) hat bereits mehrfach, zum Beispiel in Brüssel oder Düsseldorf, ortsbezogene Bildergruppen realisiert. In dieser Tradition stehen auch die in Liechtenstein entstandenen Aufnahmen, wie die Kurator:innen der Ausstellung erläutern:

„Inspiriert von der Museumsarchitektur, hat Candida Höfer diese Werkserie in und für Liechtenstein entwickelt. An verschiedenen Orten aufgenommen, dienen die abgelichteten Räume im engeren wie im weiteren Sinne kulturellen Zwecken. Höfer legt ihr Augenmerk auf die Infrastruktur der Kunst und zeigt uns neben Situationen im Aussenraum auch Kistenlager, Lichtdecken, Lastenaufzüge oder Treppenhäuser. Was wäre schliesslich eine Museumssammlung ohne Depot oder eine Ausstellung ohne Beleuchtung? Darüber hinaus fotografierte sie das Aussenmagazin der Liechtensteinischen Landesbibliothek. Ihr Blick lässt die Orte und Räume neu erfahrbar und in der Wahrnehmung bewusster werden. Candida Höfer hat mit ihren Fotografien die Tonlage für uns Kurator:innen vorgegeben. Sie sind Ausgangspunkt und Inspiration für die entstandenen Dialoge mit beiden Sammlungen, die eine Fülle von spannenden und überraschenden Affinitäten bieten.“ Christiane Meyer-Stoll, Letizia Ragaglia und Uwe Wieczorek

Charakteristisch für Höfers fotografisches Werk ist eine sachlich nüchterne Bildsprache, ein ausgeprägtes Interesse an Strukturen und Ordnungen von Raum sowie eine bemerkenswerte Detailgenauigkeit. Für ihre Aufnahmen verwendet sie das Licht der Orte und Räume, sie setzt keine Scheinwerfer zur Ausleuchtung ein, was vielfach lange Belichtungszeiten mit sich bringt. Höfers Fotografien sind das Gegenteil eines Schnappschusses. Sie sind sorgfältig geplant und präzise ausgeführt. Dabei spricht das Dargestellte von der Anwesenheit und Prägung durch den Menschen, auch wenn die Künstlerin die Räume überwiegend menschenleer festhält. Ihre jüngsten Arbeiten zeugen zudem von einer zunehmenden Abstraktion, in der die Farbe, die Fläche und die Form als auch deren Auflösung an Relevanz gewinnen.

Als erste Ausstellung überhaupt erstreckt sich Candida Höfer. Liechtenstein über alle vier Oberlichtsäle des Kunstmuseums und die drei Ausstellungsräume der Hilti Art Foundation – eine Gesamtfläche von rund 1’600 Quadratmetern. Den Fotografien Candida Höfers sind über 60 ausgewählte Kunstwerke aus beiden Sammlungen in einem offenen Dialog zugeordnet. Die Arbeiten der Künstlerin bilden dabei den Ausgangspunkt für die Auswahl des Kurator:innen-Teams: ein Werk bzw. eine Motivgruppe bestimmt jeweils die Thematik der insgesamt sieben Ausstellungsräume. Unterstrichen wird dieser Aspekt durch die graue Wandfarbe. Indem es weite und atmosphärische Assoziationsfelder eröffnet, lässt sich Höfers fotografisches Werk mit Arbeiten unterschiedlicher Gattungen aus über 100 Jahren Kunstgeschichte in Austausch bringen. Umgekehrt machen die ungewohnten Kontexte die Bandbreite der Fotografien von Candida Höfer auf neue Weise erfahrbar.

Eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein und der Hilti Art Foundation, kuratiert von Christiane Meyer-Stoll, Letizia Ragaglia und Uwe Wieczorek.

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung

Saâdane Afif, Josef Albers, Polly Apfelbaum, Joseph Beuys, Umberto Boccioni, Bill Bollinger, Nina Canell, Andreas Christen, Gianni Colombo, Edith Dekyndt, Latifa Echakhch, Luciano Fabro, Helmut Federle, Dan Flavin, Lucio Fontana, Günter Fruhtrunk, Gerhard von Graevenitz, Gotthard Graubner, Donald Judd, Kerstin Kartscher, Konrad Klapheck, Julije Knifer, Imi Knoebel, Anna Kolodziejska, Gary Kuehn, Fernand Léger, Barry Le Va, Verena Loewensberg, René Magritte, Kasimir Malewitsch, Rita McBride, Piet Mondrian, François Morellet, Charlotte Moth, Bruce Nauman, Giulio Paolini, Steven Parrino, Dan Peterman, Emilio Prini, Pamela Rosenkranz, Fred Sandback, Keith Sonnier, Yves Tanguy, André Thomkins, Rosemarie Trockel, Gilberto Zorio.

Pressetext und Bildmaterial (https://kunstmuseum.li/?page=32&pcid=2&lan=de)

Ausstellungsdauer: 30.9.2022-10.4.2023

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine Publikation mit zahlreichen Abbildungen sowie einem literarisch bearbeiteten Produktionstagebuch, das den Entstehungsprozess des Ausstellungsprojekts dokumentiert.

Zur Ausstellung wurden zwei Editionen von Candida Höfer für das Kunstmuseum Liechtenstein produziert, die im Museumsshop und online erhältlich sind.

Die Ausstellung wird durch einen kostenlosen Audioguide mit App begleitet (deutsch und englisch).

Jeden Mittwoch freier Eintritt ins Kunstmuseum Liechtenstein mit Hilti Art Foundation von 10 bis 17 Uhr.

Pressekontakt:
Franziska Hilbe
+423 235 03 17 · [email protected]
Barbara Wagner
+41 78 236 34 84 · [email protected]
Original-Content von: Kunstmuseum Liechtenstein, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Author

Share