Louisa Dellert lässt sich von Morddrohungen nicht einschüchtern: „Ich darf das nicht so ernst nehmen, dass ich aufhöre, öffentlich meine Meinung zu sagen“

Hamburg (ots) – Louisa Dellert hat sich schon mehrfach neu positioniert: als Fitness-Influencerin, Nachhaltigkeits-Influencerin und jetzt auch als Feminismus-Influencerin. Mehr als 430.000 Menschen folgen der 32-Jährigen in den sozialen Medien. Für ihren Podcast „Lou“ bekommt sie sogar politisches Spitzenpersonal wie Jens Spahn ans Mikro. Seit sie als Einflussgröße wahrgenommen wird, ist sie häufiger als Rednerin eingeladen – das hat ihr Gespür für Sexismus geschärft: „Ich war da sehr naiv. Ich habe lange nicht verstanden, dass es Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt“, sagt sie, „aber dann saß ich öfter auf einem Panel und habe erlebt, wie Männer dir die Welt erklären und keiner dich ausreden lässt.“ Feministin zu werden, ist für sie die logische Weiterentwicklung, macht Louisa Dellert im Interview mit EMOTION deutlich (Ausgabe 3/2021 ab morgen im Handel, emotion.de).

Dass sie von etablierten Feministinnen auch Gegenwind bekommen hat, hält sie nicht davon ab, an den Themen dranzubleiben – an den großen wie an denen des Alltags: „Letztens habe ich mich aufgeregt, dass so viele Männertoiletten gratis nutzbar sind, die Damentoiletten aber kostenpflichtig sind. Können Frauen und Behinderte was dafür, dass sie nicht im Stehen pinkeln können?“ Auch das Gendern nimmt die ausgebildete Kauffrau für Bürokommunikation ernst, sie sieht sich hier in einer Vorbildfunktion: „Ich vermeide es zwar, Leute vor dem Mikrofon zu verbessern, aber es kam schon vor, dass ich meinen Gästen nachträglich vorgeschlagen habe, mit dem Gendern zu beginnen.“

Die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit hat ihren Preis: „Ende 2020 habe ich zwei Wochenenden durchgeheult, weil so viele Beleidigungen auf mich eingeprasselt sind.“ Schlimmer sind die Morddrohungen. Doch auch davon will sie sich nicht einschüchtern lassen: „Ich darf das nicht so ernst nehmen, dass ich aufhöre, öffentlich meine Meinung zu sagen.“ Sie hat sich mit HateAid zusammengetan und ermutigt andere, die so etwas erleben, den Hass anzuzeigen: „Auch wenn ihr Angst habt, dass man euch bei der Polizei belächelt. Das muss in die Statistik!“ Als mentale Unterstützung hat sie sich eine Coachin an die Seite geholt – auch, um mal Fünfe gerade sein lassen zu können: „Ich muss ab und zu sagen: Jetzt ist Schluss! Ab einem gewissen Punkt darf ich auch einfach Lou sein, meine Meinung sagen und Fehler machen. Ich vergesse mal eine Trigger-Warnung. Ich vergesse auch mal meinen To-go-Becher zu Hause. Ich nehme mir das Recht, nicht perfekt zu sein“, so Louisa Dellert im EMOTION-Interview.

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Quelle: ots

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