MDR gewinnt Deutschen Hörspielpreis der ARD

Leipzig (ots) –

Die MDR-Hörspielproduktion „Atlas“ über eine deutsch-vietnamesische Migrationsgeschichte hat den Deutschen Hörspielpreis 2021 der ARD in der Kategorie „Beste schauspielerische Leistung“ gewonnen. Erstmals wurde der renommierte Preis für eine komplette Ensemble-Leistung vergeben. Zum Sprecherensemble gehören u.a. Mai Duong Kieu („Bad Banks“, „In aller Freundschaft“) und Stephan Grossmann („Weissensee“, „Wolfsland“). Die Verleihung des Preises erfolgt am Samstag (13.11.) bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe und wird live im ARD-Hörfunk und im Web übertragen. Das Hörspiel „Atlas“ von Autor Thomas Köck ist weiterhin in der ARD-Audiothek abrufbar.

Eine ungewöhnliche Perspektive auf die politische Wende 1989 erzählt das jetzt ausgezeichnete MDR-Hörspiel „Atlas“. Darin wird das Schicksal vietnamesischer Boatpeople mit dem vietnamesischer Vertragsarbeiterinnen in der DDR verknüpft. Erzählt wird eine vietnamesische Familiengeschichte, die sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik ihre Spuren hinterließ. In der Begründung der Jury heißt es: „Diese Perspektiven deutsch-vietnamesicher Geschichte im geteilten und wiedervereinigten Deutschland erweitern unseren Blick auf Lebensrealitäten, die bislang im öffentlichen Raum kaum Gehör gefunden haben. Mai Duong Kieu, Thúy Nonnemann, Claudia Jahn, Dan Thy Nguyen und Stephan Grossmann bereichern mit ihrem stimmlichen Handwerk und ihrer schauspielerischen Finesse den Text mit Bedeutungsebenen, die erst durch die vielfältigen Erlebenswelten der Sprecherinnen und Sprecher vollständig werden. Für diese großartige Leistung verbeugen wir uns vor diesem wunderbaren Ensemble.“

Zum Inhalt:

Das Hörspiel erzählt von Arbeitsmigration in den 1980er-Jahren, vom Untergang der DDR und von einem Kind, das nach Vietnam reist, um den Weg seiner Vorfahren nachzuzeichnen. Über drei Generationen entfaltet sich eine komplexe Familiengeschichte: Die Großmutter floh kurz nach dem Ende des Vietnamkriegs 1975 mit ihrem Kind aus Saigon auf die Flüchtlingsinsel Pulau Bidong. Sie gehören zu den „Boatpeople“. Auf der Überfahrt kenterte das Schiff, Mutter und Tochter werden getrennt. Die Großmutter wurde schließlich als Kontingentflüchtling von der Insel gerettet und nach Westdeutschland gebracht. Nach einigen Jahren kehrt sie aus der BRD zurück nach Vietnam. Die Tochter hingegen ertrank entgegen der Annahme ihrer Mutter nicht und wuchs als Adoptivkind auf. Als junge Erwachsene bewirbt sie sich als Vertragsarbeiterin in der DDR.

Das mehrfach ausgezeichnete Hörspiel – u.a. 70. Hörspielpreis der Kriegsblinden – wurde erstmals am 9. November 2020 bei MDR KULTUR ausgestrahlt und kann weiterhin in der ARD-Audiothek abgerufen werden: https://ots.de/UcAOEE

Zum Preis

Der Deutsche Hörspielpreis der ARD für die beste schauspielerische Leistung in einem Hörspiel ist mit 3.000 Euro dotiert. Er wird jährlich von den Landesrundfunkanstalten der ARD in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Hörsysteme-Industrie vergeben, der auch das Preisgeld stiftet. Die Auswahl erfolgt unter den zwölf Hörspielen von ARD, Deutschlandradio, ORF und SRF. Die Preis-Entscheidung traf eine unabhängige Jury unter Leitung der Schauspielerin und Filmautorin Maryam Zaree. Die Übergabe des Preises erfolgt traditionell bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe. Neben dem Darstellerpreis entscheidet die Jury auch über den Hauptpreis für das beste Hörspiel, dessen Bekanntgabe erst am Samstag (13.11.) erfolgt. Zudem wird dann auch der Publikumspreis live vergeben. Die Verleihung wird von den Kulturwellen des ARD-Hörfunks live in Radio und Web übertragen. Einen Live-Videostream gibt es zudem bei SWR2.

Pressekontakt:
MDR, Presse und Information, Alexander Hiller, Tel.: (0341) 3 00 64 72, E-Mail: [email protected], Twitter: @MDRpresse
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Quelle: ots

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