„NACHTCAFÉ: Wie die Herkunft unser Leben bestimmt“

Baden-Baden (ots) –

Herkunft und Erziehung entscheiden maßgeblich über berufliche Chancen und den weiteren Lebensweg. Während manchen Menschen beste Voraussetzungen in die Wiege gelegt werden, müssen sich andere aus widrigen Umständen herauskämpfen, um ihren Weg gehen zu können – beides prägt. Wie geht es Menschen, die einen Elternteil nie kennengelernt haben? Was passiert, wenn die eigene Herkunft plötzlich einem radikalen Wandel unterworfen ist? Diese Situation erleben aktuell die Menschen in der Ukraine, deren Land sich plötzlich im Krieg befindet. Was sagt Herkunft aus? Wie beeinflusst sie das gesamte Leben? Wie wichtig ist es, die eigenen Wurzeln zu kennen? Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „NACHTCAFÉ: Wie die Herkunft unser Leben bestimmt“ am Freitag, 1. April 2022, 22 Uhr, im SWR Fernsehen. Nach Ausstrahlung auch ein Jahr verfügbar in der ARD Mediathek und auf dem SWR Youtube Channel.

Die Gäste im „NACHTCAFÉ“: Ricarda Lang erlebte soziale Ungerechtigkeit

Ihre Herkunft hat Ricarda Lang an den Punkt gebracht, an dem sie heute ist. Als Tochter einer alleinerziehenden Mutter wuchs sie im „Ländle“ auf. Als sie 18 war, verlor ihre Mutter ihren Job: Das Frauenhaus, in dem sie als Sozialarbeiterin tätig war, musste schließen. „Ich fand das ungerecht“, erinnert sich Lang. „Ich dachte: Da muss man etwas machen.“ Deshalb ging sie in die Politik. Heute ist sie Parteivorsitzende der Grünen und setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein.

Detlef Soost wuchs ohne liebevolle Familie auf

Auch Detlef Soost sagt über sein Leben: „Ohne meine Vergangenheit wäre ich nicht dort, wo ich bin, weil ich durch sie kämpfen gelernt habe.“ Doch der Tänzer und Choreograf würde allen Erfolg eintauschen gegen eine intakte, liebevolle Familie, die er nie hatte. Sein ghanaischer Vater verleugnete ihn, seine Mutter war schwer krank – einen Tag nach seinem neunten Geburtstag kam Soost ins Kinderheim: „Diese Leerstelle, dieser Schmerz und die fehlenden Wurzeln begleiten mich bis heute.“

Eric Sell pendelt als gebürtiger Namibier zwischen zwei Welten

Musiker Eric Sell weiß, wo seine Wurzeln liegen: in Namibia. Dort lebt seine deutschstämmige Familie seit fünf Generationen – dort wurde er geboren und verlebte eine unbeschwerte Jugend zwischen Schlangen, Leoparden und Wüstenlöwen. Als er nach Deutschland zog, musste er erst lernen, wie man ein Bahnticket löst. Unter dem Künstlernamen ees-y EES macht er Musik, in der er „das Beste aus beiden Welten vereinen“ will: „Lässigkeit und Lebensfreude mit harter Arbeit und Pünktlichkeit.“

Lisa Dihorova musste aus der Ukraine fliehen

Lisa Dihorova kam unfreiwillig nach Deutschland. Die Ukrainerin floh aus Charkiw vor dem Krieg. Acht Tage hatte sie mit Nachbar:innen in einem eiskalten Keller ausgeharrt, musste Feuergefechte und Bombenhagel miterleben, bis sie sich zur Flucht entschloss. Über die polnische Grenze kam sie schließlich in den Schwarzwald. „Ich habe Schuldgefühle, weil ich hier bin und meine Mutter und meine Brüder im Krieg“, so die 24-Jährige.

Katharina Martin-Virolainen erkennt als gebürtige Russin das Land nicht wieder

Auch für Katharina Martin-Virolainen ist der Krieg in der Ukraine kaum zu ertragen. Die in Russland geborene und aufgewachsene Autorin hat auch ukrainische Wurzeln und solidarisiert sich stark mit der Ukraine. Dennoch trauert sie um ihre alte Heimat, um die russische Sprache und Kultur, und wünscht sich, dass die Menschen zwischen Putin und Russland unterscheiden: „Ich spüre eine große innere Zerrissenheit.“ Scham und Schmerz bestimmen seit Kriegsbeginn ihr Leben.

Ursula Nuber ist als Psychologin tätig

„Wo wir herkommen, das beeinflusst uns in jeder Hinsicht – sozial wie auch familiär“, sagt die Psychologin Ursula Nuber. Die Herkunft sei der Grundstock, auf dem die Zukunft aufbaut, erklärt Nuber – die Vergangenheit sei auch ein Stück der Identität, die sich nicht abschütteln ließe. Darum rät sie, sich zu seinen Wurzeln zu bekennen und sie vielleicht sogar zur eigenen Stärke zu machen.

„NACHTCAFÉ“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe

Das „NACHTCAFÉ“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Expert:innen, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

Außerdem verfügbar: Podcast „NACHTCAFÉ – Das wahre Leben“

Alle zwei Wochen eine neue Folge, abrufbar u. a. unter:

ARD Audiothek im iTunes-Store (Apple) (https://itunes.apple.com/de/app/ard-audiothek/id1224607890?mt=8)

ARD Audiothek im Google-Play-Store (Android) (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.ard.audiothek&hl=de)

https://www.ardaudiothek.de/

„NACHTCAFÉ: Wie die Herkunft unser Leben bestimmt“ am Freitag, 1. April 2022, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Online auch in der ARD Mediathek unter: http://swr.li/nachtcafe-wie-die-herkunft-unser-leben-bestimmt

https://www.ardmediathek.de/ard/sendung/nachtcafe/Y3JpZDovL3N3ci5kZS8yMjUwOTk0/

Auf Youtube unter: https://www.youtube.com/playlist?list=PLqcJ1tIeqh4jIJiA4ubCLf6qLE5k5FXSi

Weitere Informationen unter:

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt:
Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, [email protected]: „SWR vernetzt“, http://x.swr.de/s/vernetztnewsletterSWR.de/kommunikationtwitter.com/SWRpresseUm Podcast- und Streaming-Tipps sowie Informationen zur ARD Mediathek oder der ARD Audiothek zu erhalten, folgen Sie auch diesen Newsräumen:ARD-Audiothek: https://www.presseportal.de/nr/153004ARD-Mediathek: https://www.presseportal.de/nr/153003
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Quelle: ots

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