Oper Leipzig führt im Juni 2023 Albert Lortzings Werke Wildschütz und Undine auf / Anlässlich Lortzings 225. Geburtstags ist für 2026 ein umfangreiches Jubiläumsprogramm geplant

Leipzig (ots) –

Vor fast 180 Jahren musste Albert Lortzing die Musikstadt Leipzig aus tragischen Gründen verlassen. Doch seine Kompositionen sind untrennbar mit Leipzig verbunden und kehren jetzt voller Poesie und Kraft zurück – im Countdown auf ein Jubiläumsjahr und Festival seiner Werke. Denn 2026 wird die Oper Leipzig zusammen mit ihrer Spezialspielstätte für Operette und Spieloper, der Musikalischen Komödie, Lortzings 225.Geburtstag feiern. Am Wochenende des 9. und 10. Juni 2023 gibt es einen Vorgeschmack auf sein romantisch vielfältiges Repertoire: „Wildschütz“ und „Undine“, zwei zentrale Werke des schon zu Lebzeiten verkannten Theatergenies.

Vom Erfolg seiner „Undine“ war Albert Lortzing fest überzeugt: „Diese Oper muss gefallen. Ich versichere dir, dass Musikstücke vorkommen, deren Effekte ich nicht geahnt hätte“. Viele Komponisten haben sich diesem rätselhaften Wasserwesen aus einem Kunstmärchen von Friedrich de la Motte-Fouqué gewidmet, aber wohl niemand hat die Geschichte so menschlich und liebevoll zwischen Familienleben, Trinkgelagen und Eifersuchtsszenen erklingen lassen wie Lortzing. Im Opernhaus am Leipziger Augustusplatz hat der Regisseur Tilmann Köhler zusammen mit Karoly Risz (Bühne) und Susanne Uhl (Kostüme) die tragische Liebe zwischen Undine und Ritter Hugo schlicht, aber auf einer großen Treppe des Lebens in Szene gesetzt. Undinen, weibliche Wasserwesen, können nur durch die Vermählung mit einem irdischen Mann eine unsterbliche Seele erlangen. Doch welcher Preis ist dafür zu zahlen? Was macht eine Seele aus? Das Experiment des mächtigen Wassergeistes Kühleborn, der Undine einem Fischerpaar als Ziehtochter überlassen hat, droht zu scheitern, kaum dass es begonnen hat. Undine raunt bereits ihrem frisch Angetrauten warnend zu: „O halte fest an deinem Glauben und bleibe deinem Schwure treu, dass ich dein Glück, dein alles sei!“, denn wenn Undines Liebe verraten wird, so heißt es in dem alten Märchen, muss sie den treulosen Mann töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gekommen ist.

Ganz anders die Töne, die Albert Lortzing im komödiantischen „Wildschütz“ anschlägt. Ein Rehbock ist das Corpus delicti, das den verschrobenen Dorfschulmeister Baculus in die Welt der Blaublütigen verschlägt. Baculus wird auf frischer Tat der Wilderei in den gräflichen Gefilden überführt. Damit ist der Anfang gemacht für ein schlüpfriges Verwirrspiel der Identitäten und Geschlechterrollen. Hier scheint jeder hinter jedem her zu sein. Dabei folgt doch alles nur der Stimme der Natur – ein Fest für das spiel- und tanzfreudige Ensemble der Musikalischen Komödie, die schon einmal mit „Lortzings bekanntestem Werk „Zar und Zimmermann“ einen Publikumsliebling auf die Bühne brachten.

Albert Lortzing war zu Lebzeiten wenig erfolgreich – weder als Schauspieler, als Sänger noch als Komponist oder Impresario. Er starb verarmt mit gerade einmal 50 Jahren in Berlin. Aber ein halbes Dutzend seiner Opern sind in Leipzig uraufgeführt worden, er sang meist selber mit. 1833 gab er sein Debüt am Stadttheater. Hier wurde Albert Lortzing auch Mitglied des Künstlerclubs Tunnel über der Pleiße, und 1834 schloss er sich der Freimaurerloge „Balduin zur Linde“ an. Im Leipziger Ensemble scheint Lortzing überaus beliebt gewesen zu sein, glänzte vor allem in Nestroy-Komödien, in denen er durch Improvisationen brillierte, die ihm oft Ärger mit der Theaterpolizei einbrachten. 1844 wurde er sogar Kapellmeister am Stadttheater.

Es wird Zeit für ein Revival des erklärten „Außenseiters des Repertoires“! Das Gewandhausorchester unter der Leitung von Musikdirektor Christoph Gedschold und das Orchester der Musikalischen Komödie unter Chefdirigent Tobias Engeli vermitteln hörbar – und zur Freude der Fans und Experten weitgehend ungekürzt! – ihre Freude an Lortzings wunderbar wohltuender Musik aus der ganzen Klangwelt der Romantik zwischen Glücksjubel, tiefer Melancholie und wilder Ausgelassenheit.

Wer auf den Spuren Albert Lortzings in Leipzig wandeln will, kann bei der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH ab sofort das Reiseangebot „Lortzing-Wochenende 2023“ buchen. Das viertägige Arrangement gilt vom 9. bis 12. Juni 2023 und beinhaltet neben drei Übernachtungen u.a. auch den Besuch der beiden Opern „Undine“ und „Wildschütz“, einen Stadtrundgang entlang der Leipziger Notenspur, eine Führung mit Blick hinter die Kulissen der Oper Leipzig und ein Abendessen im Restaurant „Barthels Hof“. Der Preis beträgt ab 599 Euro pro Person im Doppelzimmer (inkl. Frühstück). Weitere Informationen und Buchung: www.leipzig.travel/package/lortzing-2023-leipzig

Informationen zur Oper Leipzig: www.oper-leipzig.de

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Quelle: ots

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