Operetten in Liechtenstein / Die beiden Operetten Vaduz und Balzers sind seit Jahrzehnten wichtige Zeugen des liechtensteinischen Kulturschaffens

Vaduz (ots) –

Ursprünglich getragen von den Männergesangvereinen Balzers und Vaduz, wird heute diese Tradition durch eigene Vereine weitergetragen. Eine Sonderausstellung im Liechtensteinischen LandesMuseum will dieser Tradition nachgehen und dabei auch ein bisschen hinter die Kulissen schauen. Im vergangenen Jahr feierten die Operette Vaduz ihr 80-jähriges und die Operette Balzers ihr 75-jähriges Bestehen. Beide Operetten brachten ihre Freude mit einer Festschrift zum Ausdruck, in denen mit berechtigtem Stolz auf die vergangenen Jahrzehnte zurückgeschaut wurde. Viele schöne Stunden konnten in Erinnerung gerufen werden – im Zentrum stand das gemeinsame Singen, das jung hält und viel Freude bereitet.

Die Idee zur Ausstellung

Die Idee für diese Sonderausstellung kam von Karlheinz Heeb, dem Präsidenten der Gesellschaft der Theaterfreunde in Vaduz. Zusammen mit Rita Vogt hatte er die Festschrift „Operettenbühne Vaduz 1940 -2020“ erarbeitet; er hätte es schade gefunden, wenn die dafür zusammen getragenen Fotos und Dokumente nicht auch für eine Ausstellung genutzt worden wären. Die Operette Balzers war gleich bereit mitzumachen und stellte ihre in verschiedenen Depots lagernden Unterlagen, Requisiten usw. zur Verfügung. Beim Liechtensteinischen LandesMuseum brauchte es nicht viel Überzeugungsarbeit: Rainer Vollkommer, Direktor des Liechtensteinischen LandesMuseums, sicherte dem Ausstellungsprojekt sehr schnell die Unterstützung und die Gastfreundschaft des Liechtensteinischen LandesMuseums zu.

Operetten – eine flüchtige Kunst

In Museen werden meist Objekte ausgestellt, die gepflegt und langfristig erhalten werden sollen, weil sie einen dauernden Wert haben. Operetten hingegen leben vom Moment, vom unmittelbaren Erlebnis. Sie wollen Gefühle erzeugen und das Publikum gut unterhalten. Diese Gefühlswelt kann man nur bedingt in einem Film festhalten. Operetten sind leichte, flüchtige Kost. Eine Besonderheit dieser Ausstellung besteht denn auch darin, dass die Bühnenbilder, die Requisiten, die Kostüme usw. nicht für die Ewigkeit geschaffen werden, sondern für diese eine Inszenierung. Fällt der Vorhang, so wird das meiste vernichtet – es gibt in den Depots schlicht keinen Platz für alle Kulissen und Requisiten. Manches aber gelangt doch – „vielleicht kann man es ja noch einmal brauchen“ – doch in ein Lager.

Was in der Ausstellung gezeigt wird

Nach dem eine Sonderausstellung zu den Operetten in Vaduz und Balzers beschlossen war, wurde in den verschiedenen Depots geschaut, was für Requisiten aus früheren Jahren noch vorhanden sind. Was dabei herauskam, war ein unglaubliches Sammelsurium: Vom Vogelkäfig über die Schatztruhe bis zur Krone war alles zu finden – sogar eine Kalaschnikow. Recht erfolgreich wurde auch nach Videoaufnahmen der Operetten gesucht – die Ausbeute mit Aufnahmen aus 31 Inszenierungen lässt sich wahrlich sehen. German Foser vom Liechtensteinischen LandesMuseum hat diese Filme digitalisiert und die schönsten Lieder zusammengeschnitten. Das Ergebnis – ein bedeutendes Dokument zum liechtensteinischen Kunstschaffen – ist in der Ausstellung zu sehen. Weiter werden viele Fotos und einige Papierdokumente gezeigt. Die eigentlichen Kulissen sind meist zu sperrig, um sie in einer Ausstellung zu verwenden. Zur Ausstellungseröffnung erscheint auch eine Publikation mit vielen grossformatigen Fotos, die etwas von der Pracht und Farbigkeit der Operetten erahnen lassen. Natürlich darf darin die Geschichte der beiden Operettenbühnen nicht fehlen, aber auch eine Analyse, welche Operetten beim Publikum gut ankommen und warum nur die beliebtesten Operetten mit guten Erfolgschancen gespielt werden können. Den Text verfasste Paul Vogt. Die grafische Gestaltung der Ausstellung und der Broschüre übernahmen Mathias Marxer und Gregor Schneider.

Lebendige Erinnerungen

Die Ausstellung richtet sich in erster Linie an Operettenfreunde. Je mehr man über dieses Musikgenre weiss, desto mehr Freude wird man am Besuch haben. Was für die Operetten selber gilt, gilt auch für die Ausstellung: Bitte nicht tierisch ernst nehmen, sondern mit einem Augenzwingern Altbekannte(s) wiedererkennen und vielleicht da und dort auch Unbekanntes entdecken.

Die Ausstellung dauert von Donnerstag, 14. April 2022 bis Mittwoch, 8. Juni 2022.

Pressekontakt:
Liechtensteinisches LandesMuseum
Prof. Dr. Rainer Vollkommer
Direktor
Städtle 43, Postfach 1216
9490 Vaduz
Fürstentum Liechtenstein
T +423 239 68 20
[email protected]
Original-Content von: Liechtensteinisches Landesmuseum, übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

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