Über 900 Meldungen „Hier ist es zu trocken!“ / ARD-Wissenschaftsprojekt zum Mitmachen wächst stetig

Baden-Baden/München (ots) –

Bereits 908 trockene Gewässer wurden dem ARD-Wissenschaftsprojekt „Wo verschwinden unsere Bäche und Teiche?“ bis zum 6. April 2022 gemeldet. Das ist den vielen engagierten Mitbürger*innen zu verdanken, die ihre Beobachtungen auf der Internetseite „dasErste.de/unserWasser (https://www.daserste.de/unterhaltung/film/unser-wasser/index.html)“ eingetragen haben. Seit dem 16. März ruft die ARD dazu auf, Oberflächengewässer zu beobachten und diejenigen zu dokumentieren, die auffällig wenig Wasser führen oder bereits trockengefallen sind. Aus dem gesamten Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland wurden rund 400 Flüsse und Bäche gemeldet, 250 Teiche, Tümpel und Seen, mehr als 60 Quellen und andere Gewässerarten, die austrocknen oder bereits ausgetrocknet sind. Als Ursache vermuten die Melder*innen in 36 % der Fälle den Klimawandel. „Technische Maßnahmen“ wurde am zweithäufigsten (16 %) als Ursache für das Austrocknen vermutet. 26 % Prozent der Melder*innen gaben an, den Grund für die Trockenheit nicht zu kennen.

Warum in Deutschland Bäche und Teiche verschwinden, will nun die Universität Koblenz-Landau anhand der Crowd-Science-Aktion der ARD ergründen. Der Grundwasserökologe Hans Jürgen Hahn hält die Meldungen für „geeignet, um die Situation an ausgewählten Orten exemplarisch zu untersuchen“. Bis Herbst möchte der Wissenschaftler mit seinem Team nun erforschen, „ob sich die gemeldeten Gewässer wieder erholen und welche Auswirkungen die Trockenheit auf die Natur in der Umgebung hat“.

Das Umweltbundesamt, das Bundesamt für Naturschutz, das Bayerische Umweltministerium sowie die Umweltverbände WWF, Greenpeace, NABU und BUND unterstützen das ARD-Wissenschaftsprojekt.

Sabine Riewenherm, die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, stellt fest: „Die Crowd-Science-Aktion der ARD lenkt unser Augenmerk auf ein wichtiges Thema. Langanhaltende Trockenheit kann für Gewässerlebensräume zum Problem werden, und damit auch für die vielen Arten, die auf diese Lebensräume angewiesen sind. Die über 900 Einträge im Rahmen der Aktion zeigen, dass das Thema viele bewegt, und das freut mich. Denn Gewässer sind wichtige Lebensadern unserer Landschaft, die naturnah erhalten und renaturiert werden müssen.“

Christoph Schulte, Abteilungsleiter „Wasser und Boden“ im Umweltbundesamt: „Die Meldungen zeigen eindrucksvoll, dass Trockenheit für uns ein Problem ist und dass wir Lösungen für eine noch effizientere und gerechte Bewirtschaftung benötigen. Wo Gewässer verschwinden, verlieren Organismen ihren Lebensraum. Bei den verbleibenden Gewässern nehmen Nutzungskonkurrenzen zu, für die einige Regionen schon Prioritäten setzen. Als Beitrag zur nationalen Wasserstrategie analysieren wir im Umweltbundesamt die Situation und erarbeiten Lösungsvorschläge für das Umwelt- und Verbraucherschutzministerium. Das ARD-Event #unserWasser und die Crowd-Science-Aktion der ARD sensibilisieren die Bevölkerung für das Thema und zeigen eindrucksvoll, dass bundesweit schon viele Gewässer weniger Wasser führen und sich verändern. Die Aktion regt zum Mitmachen und Mitdenken an – mit viel mehr Interesse als wir es bisher beim Thema Wasser kennen.“

Die Crowd-Science-Aktion der ARD soll noch bis in den Sommer 2022 hinein weitergehen. So lange können noch unter DasErste.de/unserWasser Gewässer gemeldet werden, die verschwinden. Nach der wissenschaftlichen Auswertung durch die Universität Koblenz-Landau wird die ARD über die Ergebnisse berichten.

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/558944 876, E-Mail: [email protected] Gilcher, Presse und Public Affairs SWR,
Tel: 07221/929-2 40 16, E-Mail: [email protected]
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Quelle: ots

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