„Und ihr schaut zu“: Film und Doku am 9.11., ab 20:15 Uhr im Ersten

Baden-Baden (ots) –

Anja Schneider als Mutter im Kampf gegen Gaffer am Unfallort / Im Anschluss Doku „Filmen ohne Gnade – Die Lust am Leid der anderen“ / FilmMittwoch im Rahmen der ARD-Themenwoche „WIR gesucht – Was hält uns zusammen?“

Im Fernsehfilm „Und ihr schaut zu“ muss sich die von Anja Schneider gespielte Jenni damit auseinandersetzen, dass Gaffervideos den Tod ihrer Tochter zum Netzereignis machen. Der Film von Autorin Dominique Lorenz und Regisseurin Michaela Kezele wird am Mittwoch, 9. November um 20:15 Uhr im Ersten im Rahmen der ARD-Themenwoche „WIR gesucht – Was hält uns zusammen?“ (6. bis 12. November) ausgestrahlt. Er erzählt vom schier unaushaltbaren Schmerz des plötzlichen Verlusts und verbindet damit den Blick auf die Verantwortungslosigkeit von Menschen, die sich für Schaulust statt Beistand entscheiden. Die nachfolgende Dokumentation von Kai Diezemann „Filmen ohne Gnade“ stellt eine Mutter vor, die real erlebte, wie Bilder vom Unfalltod ihrer Tochter im Internet verbreitet und sensationslüstern kommentiert wurden.

Lust an der Sensation

Jenni (Anja Schneider) sieht sich nach dem Unfalltod ihrer Tochter mit Internetvideos von Mias Sterben konfrontiert. Statt der Studentin zu helfen, schauten die Passanten zu, filmten mit ihren Handys oder behinderten die Durchfahrt der Einsatzkräfte. Die schreckliche Vorstellung ihrer einsam sterbenden Tochter lässt Jenni nicht mehr los. Die Bilder aus dem Netz überdecken ihren Schmerz und die Trauer, die doch ohnehin so schwer zu bewältigen sind. Jenni macht sich auf die Suche nach den Unfallzuschauer:innen, um sie mit den Auswirkungen ihrer Sensationslust zu konfrontieren. Sie wird auch fündig – aber die Begegnungen helfen ihr nicht weiter. Die Passant:innen scheinen sich keines Vergehens bewusst zu sein oder sind nicht fähig, es zuzugeben. Jenni bemüht sich daraufhin, die Schaulustigen vor Gericht zu bringen.

Filmen ohne Gnade

Voyeurismus, Behinderungen und Übergriffe am Einsatzort beschäftigen zunehmend auch Polizei und Rettungskräfte. Sie müssen sich inzwischen nicht nur um Täter und Opfer kümmern, sondern oft auch unbeteiligte Dritte in Schach halten. Woher kommt sie, die Lust am Leid der anderen? Und: wie gehen Einsatzkräfte vor Ort mit dieser neuen Situation um? Die ARD greift in der Themenwoche „WIR gesucht – Was hält uns zusammen?“ diese Fragen in der Dokumentation „Filmen ohne Gnade – Die Lust am Leid der anderen“ von Kai Diezemann auf. Im Mittelpunkt steht Judith Machacek, deren Geschichte den Fernsehfilm „Und ihr schaut zu“ inspirierte. Ihre Tochter Leonie verunglückte während einer Urlaubsreise schwer, Bilder der sterbenden jungen Frau kursierten schon kurz nach dem Unfall im Netz. Dass Menschen ihre sterbende Tochter fotografierten und diese Bilder mit anderen teilten, entsetzt sie bis heute. „Ist euer eigenes Leben so langweilig und uninteressant, dass immer mehr von euch diesen Kick brauchen? Nur nah genug ran, nur schnell genug dabei, am Leid der anderen!“ schrieb sie in einem offenen Brief an all die „Gaffer, Filmer, Fotografierer, Hilfsverweigerer“.

MixTalk

Anja Schneider, Hauptdarstellerin des Fernsehfilms, wird am 9. November ab 22:15 Uhr als Special Guest bei „MixTalk“ sein, dem digitalen Debattenformat des SWR, das an diesem Abend das Thema „‚Und Ihr schaut zu!‘ – (a)soziale Netzwerke?“ zur Diskussion stellt. Die Teilnahme ist unter dem Link https://mixtalk-swr.de/live möglich.

Die Filme sind für akkreditierte Journalist:innen im Vorführraum des Ersten abrufbar.

O-Töne zur Serie sind über ARD TVAudio erhältlich.

Informationen: http://swr.li/und-ihr-schaut-zu

Fotos: ARD-foto.de

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Pressekontakt:
Annette Gilcher, Tel. 07221 929 2 40 16, [email protected]
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Quelle: ots

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