Unsichtbare Wunden: MDR-exactly über Trauer bei Kindern

Leipzig (ots) –

Wie erleben und verarbeiten Kinder und Jugendliche den Verlust nahestehender Menschen? Welche Unterstützung brauchen sie bei der Trauerbewältigung? Mit diesem Thema beschäftigt sich „exactly“ ab 7. Februar, 17 Uhr, auf dem YouTube-Kanal „MDR Investigativ“ und „Exakt – Die Story“ am Mittwoch, 9. Februar, 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen und in der ARD-Mediathek.

Antonio ist 11 Jahre alt, als sein Papa stirbt. „Er hat geraucht und Drogen genommen und ich habe ihm gesagt, dass er damit aufhören soll.“ Weil sein Vater aber nicht aufgehört hat, fühlt sich der Junge mitschuldig an dessen Tod.

Kinder erleben den Verlust eines nahestehenden Menschen anders als Erwachsene. Sie sind ängstlich, hilflos, wütend und haben Schuldgefühle. Und sie trauern auch anders – nämlich sehr wechselhaft und oft weniger offensichtlich. Schmerz und Traurigkeit können bei ihnen ganz plötzlich umschlagen in Spielen und Toben. „Das ist völlig normal“, erläutert Trauerbegleiter Sebastian Storzer. „Sie trauern ‚in Pfützen‘ – da springen sie rein, aber kurz danach auch wieder heraus. Sie kommen so immer wieder aus der bedrückenden Situation raus. Und dabei brauchen sie auch Unterstützung.“

Wenn Kinder keine Angehörigen mehr haben oder die Eltern überfordert sind, schaffen sie es meist nicht, die Trauer alleine zu verarbeiten. Dafür gibt es Vereine wie zum Beispiel Wolfsträne e.V. Leipzig. Dort werden über 200 Kinder betreut. Eine rein spendenfinanzierte Arbeit, die zum großen Teil ehrenamtlich erfolgt. Vereinsgründerin Katrin Gärtner wünscht sich mehr gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung durch die Krankenkassen. Denn aktive Trauerbegleitung sei präventiv und verhindere, dass betroffene Kinder später als Erwachsene unter Depressionen, Angststörungen und Panikattacken leiden.

MDR-Reporter Stefan Sander, der selbst als Jugendlicher einen nahen Angehörigen verloren hat, beschäftigte sich ein Jahr lang intensiv mit dem Thema. In „exactly – Unsichtbare Wunden: Wie Kinder trauern“ und „Exakt – die Story“ trifft er Eltern und Kinder, zeigt die Arbeit von Trauervereinen und Trauerbegleitern und spricht mit einer jungen Frau, die den Tod der Eltern nie verarbeitet hat, weil ihr keiner dabei half. Außerdem wird bei den Krankenkassen nachgefragt, welche Präventionsmaßnahmen bei Trauerbewältigung auch finanziell unterstützt werden können.

Pressekontakt:
Peggy Ender, MDR-Landesfunkhaus Sachsen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (0351) 846 35 15
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Quelle: ots

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