#unterAlmans: Kann Deutschland Einwanderung? Crossmedialer Schwerpunkt zu Migration mit Salwa Houmsi in der ARD Mediathek, im Ersten und in der ARD Audiothek

Bremen (ots) –

Unter welchen Voraussetzungen kann Deutschland in Zukunft mit Stolz sagen: „Wir sind ein Einwanderungsland und das ist auch gut so!“? Salwa Houmsi, Moderatorin von „13 Fragen“ und „Aspekte“, trifft Menschen, die in den letzten 70 Jahren nach Deutschland kamen. Sie erzählen ihre Geschichte von Deutschland Ost und West als zweiter Heimat, von ihren Hoffnungen und Enttäuschungen. Salwa Houmsi selbst sagt: „Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn die Leute mich als Syrerin ansprechen. Ich bin Berlinerin, genauer gesagt Kreuzbergerin!“

„#unterAlmans – Migrantische Geschichte(n) mit Salwa Houmsi“ ist ab 2. Dezember in fünf Folgen (5 x 25 Min.) in der ARD Mediathek (https://www.ardmediathek.de/) abrufbar. Jede Folge widmet sich einem anderen Thema: „Hoffnung“, „Enttäuschung“, „Wut“, „Heimat“ und „Deutschsein“.

Das Erste zeigt die 60 Minuten-Fassung am 5. Dezember um 23:50 Uhr.

Parallel veröffentlicht die ARD Audiothek (https://www.ardaudiothek.de/sendung/unter-almans-migrantische-geschichte-n/12067907/) ab 2. Dezember freitags den gleichnamigen fünfteiligen Podcast „#unterAlmans“ von COSMO Bremen.

In der ARD Mediathek und im Ersten

Salwa Houmsi, gerade ausgezeichnet mit dem Deutschen Fernsehpreis, geht der Frage nach, was man aus den Etappen der Vergangenheit mitnehmen kann und unternimmt eine bunte, generationenübergreifende, emotionale Reise durch die Jahrzehnte. Zu Wort kommen ausschließlich Menschen, die eine Migrationsbiographie haben und also „unter Almans“ – inmitten einer biodeutschen Mehrheitsgesellschaft – leben. Ihre Erfahrungen eröffnen eine neue Perspektive auf deutsche Geschichte. Salwa Houmsi formuliert daraus Fragen. Wie können durch Migration zerrissene Familien dieses Trauma überwinden und im Einwanderungsland eine Heimat finden? Was ist der gesellschaftliche Nährboden für Rassismus? Und wie umfassend nutzt Deutschland das Potential von Menschen mit Migrationsgeschichte?

Antworten sucht Salwa bei Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet: Naika Foroutan (dt. Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung), Ozan Zakariya Keskinkiliç (Politikwissenschaftler) und Marina Weisband (Psychologin) erläutern Zusammenhänge, geben Lösungsansätze – und Prognosen.

Die Protagonistinnen und Protagonisten

Comedian Özcan Cosar macht auf der Bühne Witze über gute und schlechte Ausländer und erzählt, wie es in den 90er Jahren noch völlig normal war als „Scheiß Türke“ angefeindet zu werden. Er sagt: „Ich bin auch irgendwie kein Türke – ich bin ein Multikulturist, sag ich immer.“

Politikerin Aminata Touré erklärt, dass ihre Heimat selbstverständlich Schleswig-Holstein ist und wie es war, als Kind nicht in den Kindergarten gehen zu dürfen.

Daniel Magel kommt aus Kasachstan nach Bremen und muss erleben, dass er sich zwar als Deutscher fühlt, das viele aber anders sehen.

Huong Trute erlebt als Kind den Vietnamkrieg und nutzt die Chance, für eine Ausbildung in die DDR zu gehen. Hautnah erlebt sie, wie zu Wendezeiten Tausende vietnamesische Vertragsarbeiter der DDR von ost- und westdeutscher Politik einfach vergessen wurden.

Melina Borcak erinnert sich, wie sie als Kind nach dem Bosnienkrieg von deutschen Behörden zur Ausreise gedrängt wurde: „Ab der Sekunde, wo ich nach Bosnien kam, wollte ich zurück nach Deutschland. So sehr, dass ich Briefe nach Deutschland geschrieben habe jeden Tag. Ich habe mich gefühlt, als ob ich verstoßen würde.“

Doch es gibt nicht nur zerplatzte Träume und angestaute Frustration. Haeng-Ja Fischer kam als junge Koreanerin in den 1960er Jahren nach Bochum, um als Krankenschwester zu arbeiten. Sie floh vor einer koreanischen Gesellschaft, in der Frauenrechte noch nicht auf der Tagesordnung standen und sagt: „Deutschland war das Paradies.“

Die Autorinnen und Autoren sind Yasemin Ergin, Kristin Siebert, Sebastian Bellwinkel und Marlene Wynants.

In der ARD Audiothek

Deutschland ist Einwanderungsland. Aber kann Deutschland auch Einwanderungsland? Das diskutiert Salwa Houmsi mit ihren Gästen im neuen Podcast von COSMO Bremen. Dabei blicken sie zurück auf die Anfänge der deutschen Migrationsgeschichte, machen den Reality Check mit der Community und schauen konstruktiv darauf, was in Zukunft besser laufen muss.

Die Protagonistinnen und Protagonisten

Im Podcast erzählt Joy Denalane von ihrer Familiengeschichte, die von der Apartheid geprägt wurde und wie es ist, mit einer weißen, deutschen Mutter und einem schwarzen Vater aus Südafrika in Berlin aufzuwachsen. Parshad Esmaeili, mehrfach ausgezeichnete Comedian aus Offenbach beschreibt, wie der rassistische Anschlag in Hanau sie nicht nur wegen der räumlichen Nähe traurig und wütend macht, sondern auch ihr Leben und das der migrantischen Community verändert hat. Und Gianni Jovanovic, Sohn einer Roma-Familie und Opfer eines rassistischen Brandanschlages, reflektiert den umstrittenen Heimat-Begriff und wie ein Heimat-Ministerium sein müsste, um tatsächlich ein Zuhause-Gefühl für alle in Deutschland zu schaffen.

Weitere Gäste: Özcan Cosar, Minh Thu Tran, Vanessa Vu, Apsilon, Laura Cazés und Mohamed Amjahid.

„#unterAlmans“ (Video, Autoren: Yasemin Ergin, Kristin Siebert, Sebastian Bellwinkel und Marlene Wynants) ist eine Produktion der Gebrüder Beetz GmbH unter Federführung von Radio Bremen (Redaktion: Michaela Herold) und MDR (Redaktion: Anaïs Roth) für ARD Mediathek und Das Erste 2022, gefördert mit Mitteln der nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

„#unterAlmans“ (Video)“ steht für akkreditierte Pressevertreterinnen und -vertreter im Vorführraum des Presseservice Das Erste (https://presse.daserste.de/index~login.html) zur Ansicht bereit.

„#unterAlmans“ (Podcast) ist eine Radio Bremen-Produktion von COSMO Bremen (Redaktion: Cengiz Tarhan, Larissa Sobral, Sophie Anggawi, Isabelle Werner) für die ARD Audiothek.

Die ersten beiden Episoden sowie weitere Informationen können bei [email protected] abgerufen werden.

Fotos sind bei ARD Foto (http://www.ardfoto.de) abrufbar.

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Quelle: ots

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