„Verliebt, verlobt, verprügelt“ und „7 Tage im Frauenhaus“ / Zwei Filme zum Thema Gewalt gegen Frauen am 23.112022, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

Mainz (ots) –

Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November zeigt das SWR Fernsehen am Mittwoch, 23. November 2022, um 20:15 Uhr die Dokumentation „Verliebt, verlobt, verprügelt“, um 21 Uhr folgt „7 Tage im Frauenhaus“. Beide Filme sind nach Ausstrahlung in der ARD Mediathek zu sehen.

Absprung aus der Ehe nach Jahrzehnten der Gewalt

Stephanie ist 66 Jahre alt und hat es geschafft. Jahrzehntelang wurde sie in ihrer Ehe schwer misshandelt, jetzt hat sie endlich den Absprung geschafft: Sie lebt jetzt im Frauenhaus, gewaltfrei und sicher. Stephanies Schicksal ist eines von vielen. Die Zahlen sind erschreckend: Jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einmal in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt erfahren. Jeden dritten Tag wird eine Frau durch den eigenen Partner oder Ex-Partner getötet; mehr als einmal in der Stunde gefährlich körperlich verletzt.

14.000 Frauenhausplätze fehlen bundesweit

Trotz massiver Gewalt kann es Jahre dauern, bis Betroffene sich Hilfe von außen holen. Warum fällt dieser Schritt so schwer? Wie weit muss es kommen, dass eine Frau alles hinter sich lässt und in ein Frauenhaus geht? Rund 400 Frauenhäuser bieten hierzulande Frauen und Kindern, die von Gewalt betroffen sind, Schutz und Hilfe an. Doch es bräuchte mehr davon: Bundesweit fehlen etwa 14.000 Frauenhausplätze, gemessen an den Vorgaben der für Deutschland verbindlichen Istanbul-Konvention. Besonders in ländlichen Gebieten gibt es einen Mangel. Im Frauenhaus sind die Betroffenen sicher vor Misshandlungen und bekommen Unterstützung auf ihrem Weg in ein neues Leben – ohne Gewalt.

SWR Reporterinnen sprechen mit Bewohnerinnen eines Frauenhauses

Den SWR Reporterinnen Kira Gantner und Laura Borchardt ist es gelungen, eine Woche in einem Frauenhaus in Rheinland-Pfalz zu verbringen und mit den Frauen dort zu reden. Sie erfahren viel über schwere Lebenswege, über Gewalt und Ohnmacht, aber auch von mutigen Frauen, die die ersten Schritte in ein neues, selbstbestimmtes Leben wagen. Die Frauen erzählen, was sie erlebt haben, was sie hinter sich lassen wollen, aber auch was sie sich für ihre Zukunft wünschen. Allerdings schaffen es nicht alle, die sich den beiden Reporterinnen gegenüber geöffnet haben, einem Leben mit Gewalt zu entfliehen und neu zu beginnen. Der Film ist eine weitere Folge der losen Reportage-Reihe „7 Tage“, in der Video-Reporter und -Reporterinnen für eine Woche in eine für sie bislang fremde Welt eintauchen.

Ein Großteil der Gewalttaten wird verschwiegen

Die „betrifft“-Doku „Verliebt, verlobt, verprügelt. Gewalt gegen Frauen“ (NDR, 2019) thematisiert Gewaltübergriffe in Partnerschaften am Beispiel betroffener Frauen und ihrer Familien. Der Film zeigt, dass der Großteil dieser Fälle nie ans Tageslicht kommt: aus Scham, Angst, wegen der Kinder – oder weil die Unterstützung von außen fehlt. Auch Gewaltopferambulanzen, die Verletzungen gerichtssicher dokumentieren, sind in Deutschland rar. Was muss sich also ändern, um Gewalt gegen Frauen in Partnerschaften effektiver zu verhindern?

Programmtipp:

„Verliebt, verlobt, verprügelt“ und „7 Tage im Frauenhaus“ am Mittwoch, 23. November 2022, ab 20:15 Uhr im SWR Fernsehen.

Beide Produktionen sind nach der Ausstrahlung in der ardmediathek.de abrufbar.

Informationen, kostenloses Bildmaterial und weiterführende Links unter http://swr.li/gewalt-gegen-frauen

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Quelle: ots

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