„Weltspiegel“ – Auslandskorrespondenten berichten / am Sonntag, 10. April 2022, um 18:30 Uhr vom SWR im Ersten

München (ots) –

Moderation: Ute Brucker

Geplante Themen:

Ukraine – Leihmütter und nicht abgeholte Babys

Die Neugeborenen liegen gewickelt und umsorgt im Keller der Klinik. Und täglich werden es mehr. Ihre biologischen Eltern können sie nicht abholen. Denn sie leben in Deutschland, den USA oder Frankreich. Frauen, die ihr Kind von einer Leihmutter haben austragen lassen. In der EU ist Leihmutterschaft verboten. Deshalb können die Babys nicht einfach in ein EU-Land gebracht werden. Die genetischen Eltern müssen sie persönlich in der Ukraine abholen, und das geht wegen des Krieges nur selten. (Mareike Aden/Jo Angerer)

Weltspiegel Podcast „Babys in Bunkern – Leihmütter im Ukraine-Krieg“

USA – Atomtest-Opfer machen mobil

Die Welt im Zwiespalt: Putin in Schach halten, das geht nur mit dem nuklearen Arsenal der NATO – doch die Folgen eines Atomkriegs? Trotz verfeinerter taktischer Atomwaffen undenkbar – sagt auch Bill Reynolds, der nur noch wenige Monate hat, um die Welt vor den Folgen zu warnen. Er ist ein sogenannter „Downwinder“. In den 50er und 60er Jahren testeten die USA in der Wüste Nevadas Atombomben. Der Wind trug die Strahlung direkt in das kleine Tal im Norden, wo Bill aufwuchs. Jetzt hat er Krebs im Endstadium, er kämpft gegen den Atomkrieg und für eine Entschädigung. Der Mann aus Idaho sieht sich als Opfer des Kalten Krieges: allerdings habe ihn sein eigener Staat umgebracht, nicht Russland. (Kerstin Klein, ARD-Studio Washington)

Chile – Fast-Fashion-Müllberg in der Atacama-Wüste

Vor der Tür der kleinen Holzhütte stapeln sich tonnenweise Altkleider. Ein gigantischer Müllberg, von dem Manuela Olivos lebt. Sie recycelt den Kleidermüll, der aus der ganzen Welt hierher gekarrt wird. Oft auch Neuware, die in den Fußgängerzonen der reichen Länder nicht verkauft werden konnte. Überproduktion des perversen Systems der Fast Fashion. Was die Industrienationen nicht wollen, landet zu großen Teilen hier in der chilenischen Freihandelszone „Zofri“, 59.000 Tonnen Kleidung pro Jahr. (Matthias Ebert, ARD-Studio Rio de Janeiro)

Frankreich – Wer zieht in den Elysée-Palast?

Wer nach Châteaudun fährt hat eine faire Chance, das herauszufinden. Die Menschen im Ort wählen seit über 30 Jahren genauso wie der Rest des Landes. Der Bürgermeister sagt selbst, dass sie quasi der Durchschnitt sind. Also Frankreich im Kleinen. Für den ersten Wahlgang um die Präsidentschaft ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Amtsinhaber Macron und der rechten Dauerkandidatin Le Pen vorhergesagt. Und wie ist die Stimmung in Klein-Frankreich, in Châteaudun? (Friederike Hofmann, ARD-Studio Paris)

Kambodscha – Tempel ohne Touristen

Son Sorm hat von seinem Job immer gut gelebt. Als Touristenführer führt er Gäste aus der ganzen Welt durch die spektakuläre Klosteranlage Angkor Wat. Er hatte es sogar zu einem gewissen Wohlstand gebracht. Nach zwei Jahren Pandemie sind seine Ersparnisse jetzt aufgebracht. Er muss fischen gehen, um überhaupt genug zu essen zu haben. Das ARD-Kamerateam führt er durch die einst lebhafte Stadt. Zeigt immer wieder auf die Hotels. Mit dem immer gleichen Kommentar: „Geschlossen!“ In Kambodscha warten sie darauf, dass der Tourismus endlich wieder anläuft. (Sandra Ratzow, ARD-Studio Singapur)

Redaktion: Ulli Neuhoff

Pressekontakt:
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Quelle: ots

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