Willkür und Gewalt: 3sat zeigt die Doku „Verlorene Kindheit – weggesperrt in der DDR“

Mainz (ots) –

Mittwoch, 13. April 2022, 20.15 Uhr
Erstausstrahlung

Jugendliche, die nicht ins Raster des DDR-Regimes passten, wurden verurteilt und weggesperrt. In den sogenannten Jugendhäusern herrschten Willkür, Gewalt und Drill. Filmemacherin Steffi Lischke taucht mit ihrer Dokumentation „Verlorene Kindheit – weggesperrt in der DDR“ am Mittwoch, 13. April 2022, 20.15 Uhr in 3sat, in dieses finstere Kapitel der DDR-Geschichte ein.

Jugendhäuser sind ein kaum erforschtes und besonders dunkles Kapitel der DDR-Geschichte. Betroffene leiden noch heute unter den traumatischen Folgen ihrer Inhaftierung. Neben Kapitalverbrechen oder Fluchtversuchen über die deutsch-deutsche Grenze reichten auch weitaus kleinere Vergehen aus, Jugendliche in den Knast zu sperren: So war zum Beispiel allein das Vertreiben von westlichen Schallplatten strafbar.

Elf Jugendhäuser gab es in der DDR. Der Vollzugsalltag war in allen Einrichtungen militärisch organisiert. Ob zum Speisesaal, zur Schule oder zu den Arbeitsstätten: Die Inhaftierten durften sich nur im Exerzierschritt fortbewegen. Vor allem das Konzept der sogenannten Selbsterziehung traumatisierte viele junge Häftlinge, trieb einige sogar in den Selbstmord. Unter den Insassen herrschte eine strenge Hierarchie. Neue Häftlinge wurden regelmäßig mit brutalen Aufnahmeritualen gequält, auch sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen waren keine Seltenheit. Bei Regelverstößen wurde die „Achterbahn“ angeordnet, das endlose Marschieren im Treppenhaus. Manche Vollzugsmitarbeiter traktierten Gefangene regelmäßig mit Gummiknüppeln. Unter katastrophalen und gefährlichen Bedingungen mussten die Jugendlichen oft im Drei-Schicht-System Zwangsarbeit verrichten und wurden auch in Exportbetrieben eingesetzt. Westliche Firmen, wie zum Beispiel IKEA, profitierten davon.

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Quelle: ots

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