ZDF-Analyse: Co-Viewing – Wer schaut was mit wem? / Gemeinschaftsmedium Fernsehen / Öffentlich-rechtliche Inhalte werden häufig mit anderen genutzt

Mainz (ots) –

Wie keinem anderen Medium gelingt es dem Fernsehen, gemeinschaftliche Medienerlebnisse zu schaffen. Diese Erkenntnis gilt auch in einer sich verändernden Medienumgebung. Der Effekt verstärkt sich noch, wenn Menschen mehr Zeit als gewöhnlich zu Hause verbringen, was die beiden von der Coronapandemie geprägten Jahre 2020 und 2021 deutlich gezeigt haben. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Thema „Co-Viewing“, der gemeinschaftlichen Nutzung von Fernsehinhalten, die Bernhard Kessler und Julia Langer von der ZDF-Medienforschung am Mittwoch, 7. September 2022, in Heft 7/8 der Fachzeitschrift Media-Perspektiven veröffentlicht haben.

Das gemeinsame Fernsehen ist von besonderem Interesse, da sich die Wahrnehmung der Inhalte sowie die Aufmerksamkeit und die Genrepräferenzen dabei im Vergleich zur Einzelnutzung verändern. Um diese Unterschiede aufzuzeigen, wurden Analysen auf Basis der Nutzungsdaten aus dem Haushaltspanel der AGF Videoforschung durchgeführt, die eine Quantifizierung von Co-Viewing in deutschen TV-Haushalten ermöglicht.

Der Anteil der gemeinschaftlichen Fernsehnutzung steigt seit 2011 kontinuierlich an, was durch die Coronapandemie noch einmal verstärkt wurde. Im Jahr 2021 finden 37 Prozent der TV-Nutzung in Gemeinschaft statt. Gerade zur Hauptsendezeit ist der Co-Viewing-Anteil am höchsten. Hier findet knapp die Hälfte der Nutzung mit anderen Menschen statt. Mehrere Studien zeigen, dass mit gemeinsamer Bewegtbildnutzung auch eine erhöhte Aufmerksamkeit einhergeht, was die Nutzung zur Hauptsendezeit noch wertvoller macht. Vor allem jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer unter 30 Jahren schauen anteilig häufiger gemeinsam mit anderen lineare Fernsehinhalte, während sich ihre individuelle Videonutzung stärker in Mediatheken und Streamingdienste verlagert.

Abhängig davon, ob Frauen, Männer und Kinder alleine oder in bestimmten Konstellationen schauen, zeigen sich weitere interessante Unterschiede. Die Analyse einzelner Sender ergibt, dass es insbesondere auch öffentlich-rechtliche Inhalte sind, die in Gemeinschaft genutzt werden. Es gibt zudem Unterschiede zwischen den Genres: Filme werden eher in Gemeinschaft gesehen als Serien. Auch Unterhaltungssendungen, Sport-Übertragungen und Nachrichten gehören zu den Genres, die überproportional häufig in Gemeinschaft angeschaut werden.

Florian Kumb, Leiter der Hauptabteilung Programmplanung, kommentiert, was die Daten der AGF Videoforschung für die Planung und Entwicklung von Programmen bedeuten: „Für uns ist es wichtig zu wissen, in welchen Konstellationen unsere Inhalte genutzt werden. Wer gemeinsam mit anderen Personen schaut, will meist keine Zeit mit der Suche nach Inhalten verschwenden. Die Kuration auf bestimmten Sendeplätzen bildet einen Mehrwert des linearen Fernsehens. Die Inhalte der ZDFmediathek müssen dagegen stärker auf den individuellen Konsum ausgerichtet sein, wobei es gleichzeitig gilt, auch im Digitalen Inhalte so anzubieten, dass sie zur gemeinsamen Nutzung einladen. Das versetzt uns in die Lage, wertvolle Medienerlebnisse für unsere Zuschauerinnen und Zuschauer über alle Ausspielwege hinweg zu schaffen.“

Der Artikel „Co-Viewing – Wer schaut was mit wem?“: https://kurz.zdf.de/XFGFJQ/

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Quelle: ots

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