ZDF-Dokumentation über die deutsch-russischen Beziehungen im Laufe der Geschichte

Mainz (ots) –

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland waren im Laufe der Geschichte stets wechselvoll. Doch seit Putins Überfall auf die Ukraine befinden sie sich auf einem Tiefpunkt. Historische Traditionen des Miteinanders rücken in den Hintergrund, das alte Bild von der bedrohlichen Großmacht im Osten tritt wieder nach vorne. Die „ZDFzeit“-Dokumentation „Wir Deutschen und Russland“ am Dienstag, 24. Mai 2022, 20.15 Uhr, blickt in die Geschichte und ordnet die aktuellen Entwicklungen ein. Der Film von Friedrich Scherer und Stefan Brauburger ist schon ab Samstag, 21. Mai 2022, 10.00 Uhr, fünf Jahre lang in der ZDFmediathek verfügbar.

Das Bild vom bedrohlichen, unergründlichen Reich geht bis in die Zeit Iwans des Schrecklichen zurück und flackerte in Zeiten großer Konflikte immer wieder auf. Ob im Ersten oder im Zweiten Weltkrieg, als Hitlerdeutschland mit der „bolschewistischen Gefahr“ für ganz Europa den eigenen verbrecherischen Vernichtungs- und Eroberungskrieg im Osten zu rechtfertigen suchte. Oder im Kalten Krieg, als die Bedrohung durch die stalinistische Sowjetunion so gefährlich erschien, dass sich die Bundesrepublik in bewusster Frontstellung als Bündnispartner der „freien Welt“ profilierte.

Doch immer wieder richteten sich auch Hoffnungen und Sehnsüchte nach Osten, als Deutsche an den Höfen berühmter Zaren dienten oder als Zugewanderte unerschlossene russische Gebiete urbar machten. Angehörige deutscher Dynastien erklommen den Zarenthron, russische Kaiser bewährten sich als Bündnispartner und „Retter“, wie im Siebenjährigen Krieg, im Kampf gegen Napoleon. In Bildnissen, Poesie, Prosa und Musik spiegelt sich, was man die „russische Seele“ nennt. In den 1920er-Jahren wurden die Weimarer Republik und die frühe Sowjetunion in der Rüstungspolitik zu Komplizen, als es darum ging, Beschränkungen des Westens zu unterlaufen.

Auf die Phase der Konfrontation in der Adenauer-Ära folgte die neue Ostpolitik Willy Brandts, der auf Wandel durch Annäherung setzte. Für das SED-Regime galt die Sowjetunion schon systemisch als „großer Bruder“, der dem „kleineren“ jedoch wenig Wahl ließ. Tauwetter setzte mit Gorbatschow ein. Der Schlüssel zur deutschen Einheit lag vor allem in Moskau. Selbst in den ersten Jahren der Putin-Ära klangen Sätze wie diese glaubwürdig: „Der Kalte Krieg ist zu Ende.“

20 Jahre später lässt Moskaus Krieg gegen die Ukraine das bedrohliche Bild vom autoritären, imperialen Russland wiederauferstehen.

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Quelle: ots

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