ZDFzoom-Doku über kriminelle Betreuer: „Täter statt Wohltäter“

Mainz (ots) –

1,3 Millionen Deutsche stehen unter rechtlicher Betreuung. Das heißt, jemand anderes regelt ihr Leben. Meist eine große Hilfe, doch nicht alle Betreuer handeln zum Wohl der Betreuten. Um dieses Problem geht es am Mittwoch, 24. August 2022, 22.45 Uhr, in der ZDFzoom-Doku „Täter statt Wohltäter – Kriminellen Betreuern auf der Spur“. In der ZDFmediathek ist der Film von Julia Grantner und Robert Grantner bereits am Vortag ab 18.00 Uhr verfügbar. ZDFzoom fragt: Warum macht es das Betreuungsrecht den schwarzen Schafen so leicht? Wie kann es sein, dass aus Wohltätern Täter werden?

Wohnort, Finanzen, Post – Betreuer haben viele Befugnisse. Die Kontrolle ihrer Arbeit funktioniert oft nicht. Das macht es Kriminellen einfach, sich am Vermögen der Betreuten zu bereichern. Die Politik kennt diesen Missstand seit Jahren, geändert hat sich aber wenig.

„Der Betreuer hat mein Leben zerstört“, sagt Peter Wimmer. Sein ganzes Hab und Gut passt in zwei Sporttaschen. Seine Kleidung, seine Möbel, sämtliche persönlichen Gegenstände hat sein ehemaliger Betreuer verkauft. Als Peter Wimmer schwer erkrankt und zur Pflege in ein Heim kommt, löst der Betreuer seine Wohnung auf. Scheinbar denkt er, Peter Wimmer würde nicht mehr gesund werden. Doch Peter Wimmers Leben wird gerettet, seine Existenz aber ist zerstört. Nun haust er in einer Bleibe ohne Heizung: „Ich will warmes Wasser und eine Heizung in der Wohnung haben. Und nicht frieren, weil der Betreuer gemeint hat, er muss meine Wohnung auflösen.“

Wie kann so etwas sein? Hat das deutsche Betreuungsrecht versagt? Kontrolliert werden Betreuer von Rechtspflegern. Doch die sind heillos überlastet. Bundesweit fehlen laut dem Bund deutscher Rechtspfleger mindestens 1.000 Stellen: Solange dort eine anhaltende Überlastungssituation nicht behoben wird, drohen Fehler oder gar kriminelle Machenschaften übersehen zu werden.

Fälle, in denen Betreuer straffällig wurden, gibt es immer wieder. Kriminologe Andreas David Peikert hat einige untersucht und in einer Studie der Hochschule Hannover strukturelle Probleme im Betreuungsrecht aufgedeckt. Das Fazit: Die weitreichende Macht ist verlockend.

Ansprechpartnerin: Dr. Birgit-Nicole Krebs, Telefon: 030 – 2099-1096;
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Quelle: ots

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