Das Bild vom „Rockstar-Leben“ ist geprägt von Klischees: Wilde Partys, endlose Energie und ein Leben auf der Überholspur. Doch wer hinter die Kulissen der Musikindustrie blickt, sieht oft eine andere Realität. Der Tour-Alltag ist ein Knochenjob. Unregelmäßige Schlafzeiten, körperliche Höchstleistungen auf der Bühne, stundenlanges Sitzen im Tourbus oder Studio und der ständige psychische Druck, abliefern zu müssen, fordern ihren Tribut.
In den letzten Jahren hat ein Umdenken stattgefunden. Immer mehr Künstler – von Weltstars wie Justin Bieber oder Shawn Mendes bis hin zu Indie-Musikern – sprechen offen über Mental Health, Burnout und körperliche Erschöpfung. Die Suche nach gesunden Bewältigungsstrategien, abseits von Alkohol oder harten Pharmazeutika, ist so groß wie nie. In diesem Kontext rückt eine pflanzliche Therapieoption zunehmend in den Fokus, die lange Zeit stigmatisiert war: Medizinisches Cannabis.
Seit der rechtlichen Neuregelung in Deutschland entdecken immer mehr Kreative und Betroffene im Entertainment-Sektor die Möglichkeiten der ärztlich begleiteten Cannabis-Therapie. Doch wie passt das zusammen – kreativer Output und medizinisches Rezept? Und wie funktioniert der Zugang im digitalen Zeitalter?
Die physische und psychische Last der Musikbranche
Musiker sind Hochleistungssportler, oft ohne die medizinische Betreuung eines Fußballprofis. Ein Schlagzeuger verbrennt während eines zweistündigen Gigs so viele Kalorien wie ein Läufer bei einem 10-Kilometer-Lauf. Gitarristen und Bassisten leiden häufig unter chronischen Rückenbeschwerden oder Sehnenscheidenentzündungen durch einseitige Belastung und das Gewicht der Instrumente.
Dazu kommt der psychische Aspekt:
- Performance Anxiety (Bühnenangst): Das Lampenfieber kann lähmend sein.
- Schlafstörungen: Nach einem Konzert um 23 Uhr ist der Adrenalinspiegel so hoch, dass an Schlaf oft erst im Morgengrauen zu denken ist. Der Biorhythmus gerät dauerhaft aus dem Takt.
- Stress und PTBS: Der ständige Druck der Öffentlichkeit und die Unsicherheit der Branche können Trigger für Angststörungen sein.
Lange Zeit war die „Selbstmedikation“ mit Alkohol oder illegalen Substanzen ein trauriger Standard in der Branche. Heute suchen Künstler nach nachhaltigen, medizinisch überwachten Wegen, um ihre Karriere langfristig gesund zu gestalten.
Medizinisches Cannabis: Ein Paradigmenwechsel
Seit dem 1. April 2024 ist Cannabis in Deutschland kein Betäubungsmittel (BtM) mehr. Das hat die therapeutische Anwendung massiv erleichtert. Es geht hierbei ausdrücklich nicht um den Freizeitkonsum („Kiffen“ zum Spaß), sondern um den gezielten Einsatz von Cannabisblüten oder -extrakten zur Linderung von Symptomen.
Die Forschung zeigt, dass das menschliche Endocannabinoid-System eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Schmerz, Schlaf, Appetit und Stimmung spielt.
- Schmerzmanagement: Für Musiker mit chronischen Schmerzen (z.B. durch Haltungsschäden) kann Cannabis eine Alternative zu Opioiden oder starken NSAR (wie Ibuprofen) sein, die bei Dauereinnahme oft Magen und Organe belasten.
- Schlafqualität: Viele Patienten berichten, dass bestimmte Cannabis-Sorten (oft Indica-dominant) helfen, schneller einzuschlafen und durchzuschlafen, ohne den „Hangover“-Effekt vieler chemischer Schlafmittel am nächsten Morgen.
- Entspannung: Bei pathologischer Unruhe kann eine ärztlich eingestellte Dosis helfen, das Nervensystem herunterzufahren.
Der digitale Zugang: Telemedizin für Menschen „on the road“
Für Musiker, Tontechniker und Tour-Manager ist Zeit das kostbarste Gut. Wer ständig unterwegs ist, hat keine Zeit, stundenlang in überfüllten Wartezimmern zu sitzen, nur um ein Rezept zu erneuern oder eine Erstberatung zu erhalten.
Hier revolutioniert die Telemedizin die Versorgung. Plattformen wie CannGo haben den Prozess digitalisiert und an die Lebensrealität mobiler Menschen angepasst.
Wie funktioniert der Online-Arztbesuch?
Der Prozess ist denkbar einfach und lässt sich problemlos vom Tourbus oder Hotelzimmer aus erledigen:
- Digitale Anamnese: Anstatt eines persönlichen Gesprächs vor Ort füllt der Patient zunächst einen umfassenden medizinischen Fragebogen aus. Hier werden Symptome, bisherige Therapien und die Krankengeschichte abgefragt.
- Ärztliche Prüfung: Ein in Deutschland zugelassener Arzt prüft diese Angaben. Das ist der entscheidende Punkt: Es gibt keine „Rezept-Garantie“. Der Arzt entscheidet nach medizinischem Gewissen, ob eine Cannabis-Therapie sinnvoll und sicher ist.
- Das E-Rezept: Wird die Therapie befürwortet, wird das Rezept digital erstellt.
- Versand oder Abholung: Das Rezept kann direkt an eine Versandapotheke übermittelt werden, die das Medikament an den Wunschort liefert – egal, in welcher Stadt man sich gerade befindet.
Für die Musikbranche ist diese Flexibilität ein Gamechanger. Die medizinische Versorgung reist sozusagen mit.
Welche Hürden gibt es noch?
Trotz der Liberalisierung herrscht oft noch Unwissenheit. Viele wissen nicht, dass sie für ein Cannabis-Rezept nicht „austherapiert“ sein müssen (also nicht erst alle anderen Medikamente erfolglos probiert haben müssen), solange es sich um ein Privatrezept handelt.
Auch die Sorge um die Kreativität ist oft unbegründet. Bei einer medizinischen Einstellung („Start low, go slow“) ist das Ziel nicht der Rausch, sondern die Symptomlinderung. Viele Künstler berichten, dass sie durch die Linderung von Schmerzen oder Schlafproblemen überhaupt erst wieder in der Lage sind, kreativ zu arbeiten.
Wichtig ist jedoch die Aufklärung über die Fahrtüchtigkeit. Wer unter dem Einfluss von Cannabis steht, darf – ähnlich wie bei starken Schmerzmitteln – kein Fahrzeug führen, wenn Ausfallerscheinungen vorliegen. Für Berufskraftfahrer (z.B. die Crew im Nightliner) gelten hier besonders strenge Regeln, die mit dem Arzt besprochen werden müssen.
Lifestyle vs. Medizin: Die Grenze ziehen
Gerade auf Plattformen wie Musicload, wo Lifestyle und Popkultur zu Hause sind, ist die Unterscheidung wichtig. Medizinisches Cannabis ist standardisiert. Man weiß genau, wie viel THC und CBD enthalten ist. Das unterscheidet es massiv vom Schwarzmarkt-Cannabis, das oft verunreinigt ist und dessen Wirkstoffgehalt schwankt.
Für Menschen im Musikbusiness, die ihren Körper als Instrument und Kapital betrachten, ist diese Sicherheit essenziell. Es geht um Biohacking, um Health-Optimization und darum, auch mit 50 oder 60 noch auf der Bühne stehen zu können.
Fazit: Ein modernes Tool für eine anspruchsvolle Branche
Die Musikindustrie wandelt sich. Der destruktive „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Lifestyle weicht einem bewussteren Umgang mit der eigenen Gesundheit. Medizinisches Cannabis ist dabei ein Baustein, der – richtig und legal eingesetzt – vielen Betroffenen helfen kann, die Balance zwischen Stress und Erholung wiederzufinden.
Dass der Weg zum Rezept heute über seriöse, digitale Plattformen wie CannGo führt, senkt die Hürde für jene, die Hilfe suchen, aber den bürokratischen Aufwand scheuen. Gesundheit ist am Ende der wichtigste Hit, den man landen kann.

















